Wetter hervorragend, Pistenverhältnisse hervorragend, Miet-Ski eine Katastrophe.
Das ist das Fazit nach den ersten drei Tage in Kanada. Nun aber der Reihe nach.
Nach einem ruhigen Flug und einem rund einstündigen Transfer nach Banff sind wir am Abend um 18:00 im Hotel Fairmont Banff Springs, einem riesigen, altehrwürdigen und geschichtsträchtigen Kasten, angekommen. Am nächsten Tag ging es nach einem grossartigen Frühstück ins Skigebiet Sunshine Village. Top Pistenverhältnisse, griffiger Schnee, Sonnenschein und richtig winterliche Temperaturen von -15 Grad: Skifahrer Herz was willst du mehr?
Am nächsten Morgen bestiegen wir den Bus nach Lake Louise. Das vom Skiweltcup her bekannte Skigebiet präsentierte sich von der schönsten Seite. Die eindrückliche, ganz aus Holzstämmen gezimmerte Lodge ist Ausgangspunkt für das gesamte Skigebiet. Auf den harten Pisten machte sich aber der Fehlentscheid, die eigenen Ski nicht mitzunehmen, schon deutlich bemerkbar. In Sachen Miet-Ski ist Kanada offenbar immer noch ein Entwicklungsland. Das Carven ist in Kanada noch nicht angekommen. Mit ihren breiten „Fassdugeli“ rutschen sie über die Pisten oder turnen durch die zum Teil meterhohen Buckelpisten. Das beste verfügbare Mietmaterial ist für sehr harte Pistenverhältnisse schlicht nicht brauchbar.
Zum Glück konnten wir auf etwas weniger harte Pisten ausweichen und den wunderschönen Tag trotzdem geniessen. Bei eisigem Wind und Temperaturen um -20 Grad fiel der Bummel durch das Städtchen Banff am Abend kurz aus. Ein Pitcher Bier im heimeligen Pub half den leisen Frust über die schlechten Ski zu vergessen.
Am nächsten Morgen packten wir unsere Sachen und machten uns auf den Weg nach Revelstoke unserer nächsten Station. In Kickinghorse, einem kleinen Skigebiet tief in den Rockys, legten wir einen Zwischenhalt ein. Die steilen Pisten weckten die Vorfreude auf einen tollen Skitag. Aber bereits beim herausfassen der Leihski wurde unsere Freude wieder getrübt. Das schleifen der Kanten auf einer aus dem zweiten Weltkrieg stammenden Schleifmaschine nützte nichts. Auf den harten bis eisigen Pisten war Skifahren mit diesem Material schlicht nicht möglich. Rolli, Heinz, Lilly und Dani, die den Aufwand die eigenen Ski mit zu schleppen auf sich genommen hatten und den Tag in vollen Zügen genossen, gaben uns mit ihren Sprüchen den Rest ;-). Ein Tag zum vergessen. Möli brachte es bei der Rückgabe der Ski auf den Punkt;
"I had never such a bullshit under my feets. You can slide with your blank ass over these edges!"
Humor ist wenn man trotzdem lacht. Auf der Weiterfahrt nach Revelstoke stiessen wir bei guter Stimmung auf den Geburtstag von Sara an, der nach Schweizer Zeit genau in dieser Stunde begann.
Nun sind wir für die nächsten Tage in Revelstoke. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Wir sind gespannt auf das Skigebiet aber noch viel mehr wie die Leiski hier aussehen werden. Fortsetzung folgt - Bilder auch!
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